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Archive for Mai, 2013

Reitwein Nr. 100

by on Mai.19, 2013, under Konzerte

Beim obligatorischen durchstöbern nach interessanten Konzerten stieß ich auf „REITWEIN Nr. 100. Engerling, … Jonathan Blues Band, Monokel Kraftblues, Speiches Monokel… . Moment! Beide Monokels? Nicht bloß, dass die Liste der Bands auf hervorrage Musik schließen ließ. Die Kraftbluser und Speiches Mannen zusammen auf einem Plakat.Nun möchte ich keine neue Diskussion über die unsägliche Geschichte von Monokel beginnen, aber eine gewisse Brisanz war hier schon gegeben. Was würde passieren? Wie würden Lefty, Kuhle, Speiche und Zuppe miteinander umgehen und würden sie vielleicht sogar zusammen spielen? Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Auf jeden Fall war REITWEIN Nr. 100 schon seit längerem restlos ausverkauft. Einer Akkreditierung für DEUTSCHE MUGGE wurde jedoch umgehend zugestimmt.

Und so machte ich mich am Samstag bei allerschönstem Wetter auf den Weg in das Oderbruch. Reitwein liegt fast an der Grenze zu Polen. Es gibt dort nicht mal mehr ein deutsches Handynetz und weit und breit keinen einzigen Zigarettenautomaten.Obwohl ich wie immer sehr viel früher vor Ort war musste ich feststellen, dass vor dem „Heiratsmarkt“ ein reges Treiben herrschte. Es erinnerte mich irgendwie an die Zeit in der ich als Roadie mit Jonathan, Engerling, Monokel… durch die Lande zog und die Spielorte auch immer lange vorher von den Fans regelrecht belagert wurden. Und die sahen zum Teil auch noch genauso aus. Shellparker, Röhren-Jeans, Jesus Latschen, ja sogar die echten Tramper wurden dort aufgetragen. Das hatte schon was.  

Ich begab mich natürlich schnurstracks in den Saal, bekam vorher den obligatorischen Stempel auf meinem Unterarm, der im übrigen erst nach drei Tagen wieder restlos verschwunden war, um zu sehen wer von den Musikern schon dar war. Auf der Bühne herrschte rege Betriebsamkeit und Enge. Ganz links standen Boddi’s Keyboards, in der Mitte ein Drum-Set und ganz recht die Bass-Anlage von Manne Pokrand. Dazwischen „unzählige“ Gitarren und dazu gehörende Verstärker. Mit jedem Musiker kam weiteres Equipment dazu.

Immer wieder ging mein Blick in Richtung der anwesenden und ständig dazu kommenden Musiker. Auf der Bühne stand Bernd Kühnert, der mit Jonathan Blues Band Soundcheck machte und in der Tür Bernd Buchholz und Jörg Schulze. Natürlich fragte ich sie ob und wenn ja, wie und überhaupt… , also ob die Zuschauer heute beide Bands zusammen erleben würden. Die Antwort war, „leider nein“, denn Monokel-Kraftblues hatten an diesem Abend ein Konzert in Thüringen und bis auf Bernd Kühnert waren die anderen eben dort. Speiche gab mir in seiner angenehm ruhigen Art zu verstehen, dass „man das aber mal wiederholen sollte“. Mit zwei Bass-Anlagen und zwei Drum-Sets, aber eben zusammen. Nun, es wäre zu schön und auf jeden Fall wird man dann DEUTSCHE MUGGE informieren und daran teilhaben lassen.

Gegen 21:00 Uhr eröffnete ENGERLING ganz entspannt das Konzert. Das Publikum im total gefüllten Saal kam so langsam in Stimmung. Dann griff die Jonathan Blues Band, mit Hannes Schulze an den Drums und Bernd Kühnert als Verstärkung, in das Geschehen ein und ließ es richtig krachen. So ganz nebenbei kam heraus, dass Hagen Dyballa der eigentliche Chef der Band sei. Bei „Wer ich bin“, mit Unterstützung von Wolfram Bodag, brannte die Luft im altehrwürdigen „Heiratsmarkt“ und zum Abschluss gab es dann noch mit „Daddys Boogie“, die ultimative Jonathan Blues Band – Hymne hinterher. In meinen Augen ein viel zu kurzer Auftritt. Als dann Peter Pabst und Bernd Kühnert ihre Gitarren und Amps von der Bühne räumten war klar, dass es kein Zusammenspiel mit Speiches Monokel geben würde.

Da sich Jonathan Blues Band sehr rar machen sei mir an dieser Stelle ein kleiner Hinweis gestattet. Am 26. Mai (Pfingstsonntag) um 15:00 Uhr spielt die Jonathan Blues Band, dann u.a. mit Mike Kilian, auf dem Gelände des „Sportcasino Eiche“ in Berlin-Köpenick.

Es ging dann munter weiter. Der geneigte Leser mag mir bitte verzeihen, dass ich nicht jeden Akt kommentiere, denn das würde diesen Bericht unnötig aufblähen. Deshalb die weiteren Musiker nur in Aufzählung.

Brian Bossert
, Heike Matzer, Die Zunft, Freygangbang, Charlie Eitner, Glass Of Bailey, Speiches Monokel (wieder mit Hannes Schulze), Indijana, Peter Schmidt, Jürgen Kerth und dann noch die „Live in Reitwein All Star Band“, bestehend aus ENGERLING, Jürgen Kerth, Peter Schmidt und Heinz Glass.

So irgendwann in den frühen Morgenstunden, ich glaube es begann schon leicht zu dämmern, war dann Schluss. Es war für fast jeden Musikgeschmack etwas dabei, so dass die Zuschauer  zufrieden sein konnten. Die gastronomische Versorgung, vor allem die leckere Bratwurst, war hervorragend. Mich würde mal echt interessieren wie viele Hektoliter Bier weggeschlürft wurden. Für die, die noch nie in Reitwein waren sei angemerkt, dass man dort mindestens einmal gewesen sein sollte.

Auf der Heimfahrt geisterte mir die ganze Zeit, Jürgen Kerth’s „Helmut“ durch den Kopf.

Allein das war diese Reise wert.

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